Unbezahlte Werbung
Es gibt Apps die damit werben, dass man als Nutzer Geld für Schritte erhalten würde. Es heißt, man müsse einfach täglich so viel wie möglich Schritte machen und würde im Gegenzug echtes Geld erhalten. Dieses soll man sich dann via z.B. PayPal auszahlen lassen können. Heute bin ich mal der Spielverderber. Vorhin sah ich nämlich eine Werbung bei Instagram. In dem Reel eines ziemlich bekannten deutschen Influencers.
Ich war echt gespannt und was ich sagen, dass klang alles in bisschen zu gut um wahr zu sein.
Nach einigen Minuten auf Google, Reddit und Bewertungsportalen war meine Neugierde verflogen. Schnell dämmerte mir, erst einmal wollen die meisten dieser Apps Zugriff auf Dein System, Deine Daten. Ja, es gibt mehrere dieser Apps. Das war aber nicht alles. Denn Du erhälst zunächst einmal kein Geld, sondern deren Coins. Diese kannst Du dann gegen Geld eintauschen und es Dir z.B. über Paypal gutschreiben lassen.
Probleme und Ungereimtheiten

(Echtes) Geld gibt es in den wenigsten Fällen.
Einige Nutzer berichten von verschwundenen Punkteständen (Coins), Problemen mit der Erfassung von Aktivitäten oder unregelmäßigkeiten bei der Vergütung.
Wenn man jetzt die Datenschutzbedenken dazu nimmt, dann naja – kommt mehr Geld dabei rum, wenn Du unterwegs die Augen nach Pfandflaschen offen hälst. Mein Gegenvorschlag zu diesen Apps ist Deine Krankversicherung.
Auch Krankenversicherungen zahlen für Fitness
Das trifft mit Sicherheit nicht für jede Krankenversicherung zu, allerdings legen sich die Krankenversicherer inzwischen ordentlich ins Zeug. Techniker Krankenkasse (TK), DAK-Gesundheit, AOK, BARMER und IKK classic bieten Punkte und Belohnungen für Deine (Fitness) Aktivitäten an.
Techniker Krankenkasse (TK)
Diese Krankenkasse bietet das TK-Bonusprogramm an. Es gibt definierte Bewegungs-Challenges, Fitness-Aktionen und die Möglichkeit Sport-Nachweise einzureichen (https://www.tk.de/techniker/versicherung/tk-leistungen/weitere-leistungen/praevention/tk-bonusprogramm-haeufige-fragen/nachweis-lauftreff-oder-volkslauf-2006086). Für jede absolvierte gesundheitsfördernde Aktivität gibt’s Bonuspunkte. Diese kannst Du am Ende des Jahres als Geldbonus oder als Gesundheitsdividende einlösen. Weitere Details findest Du hier.
DAK-Gesundheit
Mit dem Bonusprogramm der DAK kannst Du mit gesundheitsfördernde Aktivitäten Punkte sammeln. Dazu gehören unter anderem auch Bewegungs-Challenges wie die „10.000-Schritte-Challenge“ (7 Tage hintereinander). Punkte werden für viele verschiedene Aktivitäten vergeben und am Ende des Jahres in Prämien oder Geld umgewandelt. Weitere Details findest Du hier.
AOK
Bei der AOK gibt es ggf. regionale Unterschiede. Generell belohnen die AOK-Bonusprogramme gesundheitsbewusstes Verhalten mit Punkten. Diese können in einen Geldbonus umgewandelt werden. Bewegung, Sport oder auch Vorsorge werden hier als “Punkte-wertige” Aktivitäten berücksichtigt. Je nach Region kannst Du das Bonusheft analog oder digital über die „Meine AOK“-App führen. Weitere Details findest Du hier.
Weitere Krankenkassen die Fitness belohnen
Neben den hier bereits genannten Krankenversicherungen, bieten auch die folgenden Krankenkassen Belohnungen für Deine Fitness-Aktivitäten an: SBK (Siemens Betriebskrankenkasse), läuft über die SBK-App. Auch die BARMER bietet ein Punktesystem über die eigene App an (mindestens 10 Euro und maximal 200 Euro im Jahr).
Die KKH honoriert neben gesundheitsbewussten Aktivitäten auch Vorsorge und Impfungen. Bei der IKK Classic gibt es ebenfalls eine App. Interessant ist dabei, dass hier neben Gesundheits-Check-up’s und sogar “Statuswerte” wie (BMI, Blutdruckwerte oder bewegungsorientierte Sportabzeichen) honoriert werden.
Mein Tipp: Krankenkasse mal kontaktieren
So richtig durchsehen ist schwierig. Die Angebote und Prämien sind ziemlich vielfältig. Wäre ich bei einer der Krankenkassen versichert, würde ich einfach mal persönlich nachfragen. Ich würde nur ungern riskieren etwas zu verpassen. Fast überall gleich ist, dass auf eine App gesetzt wird. Diese kann in den meisten Fällen mit Fitness-Trackern gekoppelt werden.
Im Gegensatz zu den fragwürdigen Schritte-für-Geld Apps halte ich das Angebot der Krankenversicherer für ziemlich cool. Deine Daten haben die sowieso bereits, als besteht hier wohl kaum das Risiko, dass hier unerlaubt etwas abgegriffen wird. Schade nur, dass meine Krankenversicherung überhaupt nichts in der Richtung anbietet.



