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Bislang habe ich beim Training, insbesondere beim Krafttraining, entweder auf meine CrossFit-Schuhe von Nike oder Reebok gesetzt oder spezielle Lifting-Schuhe getragen. Durch meinen Trainer und auch über Social Media wurde ich auf den Trend der Barfußschuhe beim Training aufmerksam.
Mit Barfußschuhen hatte ich bislang wenig Berührungspunkte. Vor einigen Jahren habe ich mal eine Weile welche ausprobiert – diese Modelle mit den separaten Zehen – doch seither trug ich stets „normale“ Schuhe. Seit rund zwei Monaten probiere ich nun die Barfußschuhe von Vivobarefoot aus, genauer gesagt das Modell Motus Strength II.
Barfußschuhe und Krafttraining?

Der hintere Fuß kann deutlich leichter geneigt werden. Das gefällt mir sehr gut.
Von diesem Trend hatte ich zwar bereits gehört, trotzdem war mir etwas mulmig zumute. Ich fragte mich, ob das alles wirklich so gut funktionieren würde. Der Hersteller ist sich seiner Sache allerdings ziemlich sicher: Beworben wird der Barfußschuh als leistungsstarker Barfuß-Krafttrainer.
Es heißt weiter, dass der Barfußschuh volle Bewegungsfreiheit, verbesserte Flexibilität und optimale Luftzirkulation bietet. Darüber hinaus soll der Schuh mit atmungsaktivem Mesh und einer unvergleichlichen Verbindung zum Untergrund punkten. Erhöhte Stollen sollen für Grip und Stabilität unter schweren Lasten sorgen.
Die Marke Vivobarefoot war mir bislang zwar ein Begriff, allerdings habe ich vorher noch keine Schuhe der Marke besessen oder getragen. Für meinen Test habe ich beschlossen, meine bisherigen Schuhe konsequent nicht zu tragen und mindestens zwei Monate ausschließlich mit den Motus Strength II zu trainieren, um zu sehen, wie sich das anfühlt.
Motus Strength II im Test

Das geringe Gewicht hat mir auch gut gefallen
Nachdem ich die Schuhe erhalten hatte, stellte ich zunächst fest, wie überraschend leicht sie sind. Da ist nicht viel Gewicht oder irgendetwas, das sich klobig anfühlt – ein krasser Gegensatz zu meinen anderen Schuhen. Ich trage Größe 13, das entspricht meist einer 47, und die meisten Schuhe in dieser Größe bringen schon einiges an Eigengewicht mit.
In den ersten zwei bis drei Tagen stellte ich direkt ein anderes Gefühl im Vergleich zu meinen gepolsterten Schuhen fest. Nicht schlecht, aber auch nicht revolutionär. Auch an Tag vier konnte ich keine negativen Punkte oder Beschwerden feststellen. Einzig die Schnürsenkel sind ungewöhnlich lang. Die Verarbeitung der Schuhe ist wirklich gut und auch vom Sitz her passt alles.
Unterschiede beim Lifting konnte ich zunächst keine feststellen. Der Fairness halber muss ich aber auch sagen, dass ich mich bislang (noch) nicht so sehr auf meine Füße oder deren Gefühl konzentriert habe.
An Tag fünf und sechs bemerkte ich einen festeren Stand beim Lifting. Generell merkte ich, dass die Schuhe sehr gut und fest am Fuß sitzen – da rutscht oder wackelt nichts. Langsam, aber sicher gewöhnte ich mich an die neuen Schuhe. Auch das Laufen auf dem Laufband bereitete keinerlei Probleme.
Obwohl die Füße gefühlt mehr vom Training „mitbekommen“, habe ich nicht das Gefühl, dass sie irgendwie überfordert oder erschöpft sind. Ganz im Gegenteil: Irgendwie fühlen sich meine Füße besser an. Wieso genau das so ist, kann ich aber noch nicht sagen.
An Tag sieben, acht und neun kehrte Routine ein, offenbar hatte ich mich bereits vollständig an die neuen Barfußschuhe gewöhnt. Bislang hatte ich keinerlei Probleme, bei keiner meiner Übungen. Auffällig ist, dass der Halt wirklich enorm ist – da rutscht nichts. Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass mein Gym überall Gummimatten auf dem Boden hat.
Irgendwie ist das Training intensiver

Die Füße bekommen einfach “mehr” vom Training mit
Dieser Gedanke kam mir an Tag zehn. Ob es wirklich an den Schuhen liegt? Möglich ist es, denn da ist nun keine dicke Lage Gummi bzw. Schaum mehr zwischen Fußboden und Fuß. In der Zwischenzeit ist mir außerdem noch etwas anderes aufgefallen: Meine Füße schwitzen gefühlt überhaupt nicht mehr. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Schnürsenkel immer mal wieder aufgehen. Das ist tatsächlich richtig nervig, insbesondere wenn ich auf dem Laufband bin.
Ich finde, dass sich die Schnürsenkel generell nicht gut binden lassen. Auch die Lasche an der Ferse rutscht beim Anziehen immer mal wieder mit in den Schuh. Diese muss ich dann umständlich mit dem Finger wieder herausfummeln. Seitdem ich darauf achte, ist es allerdings etwas besser geworden.
Update vom 21.04.2026 und 11.05.2026 – bemerkenswerte Änderung

Insgesamt liefern die Schuhe einen guten Halt
Was mir zuvor gar nicht aufgefallen war: Beim Rucking (schnelles Gehen durchs Gelände mit Gewicht) habe ich keine Schmerzen mehr in den Füßen. Meine Laufschuhe fürs Rucking habe ich allerdings nicht getauscht. Zuvor hatte ich immer mal wieder Schmerzen in den Fußgelenken und unter den Füßen.
Diese Beschwerden sind komplett verschwunden, und auch die Füße selbst fühlen sich deutlich besser an. Pro Tag bin ich etwa eine Stunde bzw. sechs bis sieben Kilometer mit einer 10-kg-Weste im Wald unterwegs. Bislang haben hier die Füße immer wieder Probleme gemacht. Davon ist jetzt einfach gar nichts mehr zu sehen oder zu spüren.
Beim Lifting ist mir aufgefallen, dass ich nicht mehr mit den Füßen hin- und herrutsche. Zuvor habe ich oft eine Weile versucht, die Position der Füße „richtig“ auszurichten. Das mache ich jetzt gar nicht mehr. Mittlerweile ist es so, dass ich mich hinstelle und direkt die Hantel aufnehme – fertig.
Nachtrag zu den Schnürsenkeln

Das eine Manko: Die Schnürsenkel
Die Schnürsenkel sind wirklich das einzige Manko. Das mit der Lasche an der Ferse passiert hin und wieder noch, aber damit habe ich mich irgendwie arrangiert. Die Schnürsenkel hingegen gehen in einer gewissen Regelmäßigkeit auf.
Durch festeres Schnüren konnte ich den Halt der Schleife zwar verbessern, aber eine wirkliche Lösung ist das leider nicht. Ich überlege daher, die Schnürsenkel einfach zu tauschen. Dazu muss ich an dieser Stelle aber klar sagen, das ist jetzt schon Jammern auf hohem Niveau. Kein Weltuntergang, aber halt naja, irgendwie nervig.
Fazit zum Motus Strength II Barfußschuh

Der Schuh hat mich ziemlich überrascht und zwar sehr positiv!
Preislich liegt der Schuh in einer ähnlichen Region wie meine anderen Sportschuhe: knapp unter 200 Euro, mit Rabatten gegebenenfalls noch etwas günstiger.
Inzwischen sind über zwei Monate vergangen, und ich kann tatsächlich fast nur positive Punkte erkennen. Meine Füße nehmen das Training deutlich intensiver wahr, und auch insgesamt scheint das Tragen des Schuhs den Füßen gut zu tun.
Was mir gerade beim schreiben noch eingefallen ist, gerade bei Übungen wie Calf raises (Wadenheben) oder Lunges (Ausfallschritte), hat mir gefallen wie sehr mobil der Fuß gewesen ist. Kein Vergleich zum Training mit fetter Sohle.
Draußen, also abseits des Gyms, setze ich weiterhin auf ganz normale Schuhe, und das werde ich wohl auch beibehalten. Beim Training werde ich zumindest vorerst den Barfußschuh von Vivobarefoot weitertragen. Vielleicht wechsle ich in ein paar Wochen noch einmal zurück zu den vorherigen Schuhen und schaue, ob und welche Unterschiede ich feststellen kann.



