Du bist gerade richtig drin, es läuft einfach. Das Training macht Spaß, die Gewichte gehen hoch, die Routine steht und funktioniert zuverlässig. Dann kratzt der Hals, die Nase läuft oder du fühlst dich plötzlich komplett platt.
Und trotzdem denkst du: „Ich ziehe das jetzt durch. Das Training unterbrechen? Niemals.“
Falscher Ehrgeiz und möglicherweise eine Entscheidung, die du später bitter bereuen wirst. Denn auch wenn du das Mindset „Maschine“ hast, bleibt dein Körper am Ende des Tages ein Organismus. Und wenn dein Körper gerade einen Infekt bekämpft, hat er Wichtigeres zu tun, als Gewichte immer wieder von A nach B zu bewegen.
Ist kacke, nervt und klar, niemand hat Bock darauf, mit ’ner Erkältung im Bett oder auf der Couch zu hängen. Doch Training mit Erkältung oder Grippe ist unterm Strich keine gute Kombi.
Nicht auf Zwang durchziehen

Eine paar verpasste Trainingswoche zerstört weder deine Fortschritte noch deine Disziplin. Aber krank durchzuziehen, kann aus einer kurzen Pause eine deutlich längere machen. Erkältungen entwickeln sich oft über einige Tage: Halskratzen, Schnupfen, Husten, Schlappheit. Die schlimmsten Beschwerden sind meist innerhalb einer Woche vorbei.
Heißt: Leg dich ein paar Tage hin, statt dich krank ins Gym zu schleppen. Das ist kein Aufgeben. Das ist die schnellere Rückkehr zu gutem Training und definitiv auch die klügere Entscheidung.
Außerdem: Wann hast du deinem Körper zuletzt mal eine Woche Ruhe gegönnt? Ich meine nicht auf der Couch gammeln, sondern: Schlaf priorisieren, Kräutertee und den Alltag runterfahren. Vielleicht ist das dein Zeichen, die Basics wieder ernst zu nehmen: trinken, essen, schlafen und weniger Druck machen.
Ein paar Krankheitstage können auch Chancen bieten. Nicht für noch mehr Stress für den Körper, sondern für die volle Dröhnung Ruhe und Recovery.
Schnupfen, Niesen und einfach kein Arschloch sein
Du merkst selbst, dass sich da was zusammenbraut. Das ist der perfekte Moment, um nicht ins Gym zu gehen. Um andere nicht womöglich auch noch anzustecken. Das ist deine Möglichkeit, Rücksicht oder vielleicht einfach Umsicht zu zeigen. Ganz ehrlich: Sei kein Arsch und riskiere nicht, dass du am Ende noch andere Menschen aus ihrer Routine haust.
Gönn deinem Körper für ein paar Tage genau das, was im Alltag oft zu kurz kommt: Ruhe, Schlaf und weniger Druck. Sind wir doch mal ehrlich: Oft schlafen wir sowieso nicht ausreichend und genau dieser Aspekt kann ein absoluter Bonus in so einer Situation sein. Schlaf hilft bei Infekten und Erkältungen außerdem bekanntlich. Also ärgere dich nicht und halte die Füße jetzt mal ein paar Tage still.
Dein Trainingsplan, wenn die Erkältung kickt
| Zeitpunkt | Einheit | Umfang |
|---|---|---|
| Morgens | Gym absagen | Einmal. Keine Ersatz-Session planen. |
| Über den Tag | Trinken, essen, ausruhen | Regelmäßig. Kein Kalorienzählen, kein Perfektionismus. |
| Mittags | Alltag runterfahren | Nur das erledigen, was wirklich sein muss. |
| Abends | Schlaf | Früh ins Bett statt „nur noch kurz“ ins Gym. |
| Bei Fieber, Husten, Glieder- oder Muskelschmerzen | Komplette Trainingspause | Kein Krafttraining, kein Cardio, kein „Ausschwitzen“. |
| Wenn die Beschwerden weg sind | Wiedereinstieg | Erste Einheit leicht halten: weniger Gewicht, weniger Sätze, keine Intervalle bis Anschlag. |
| Wenn Beschwerden zurückkommen | Plan zurücksetzen | Wieder pausieren. Nichts nachholen. |
| Bei Brustschmerz, Atemnot, Herzstolpern oder ungewöhnlicher Erschöpfung | Ärztlich abklären | Kein Training. |
Arbeite mit und nicht gegen deinen Körper, dann wird die Sache auch schneller vorübergehen. Wenn die Symptome weg sind und du dich im Alltag wieder belastbar fühlst, kannst du deine Aktivitäten und das Training Stück für Stück wieder hochfahren. Starte locker, statt direkt wieder voll reinzugehen. Wenn Beschwerden zurückkommen, pausierst du wieder.
Gute Besserung!
Am Ende des Tages sind die wenigsten von uns Leistungssportler oder Berufsathleten. Eine ungeplante Auszeit ist nicht das Ende der Welt. Klar, ich verstehe absolut, dass so was gefühlt „unnötig“ ist und hart nervt.
Doch all der Frust wird daran leider rein gar nichts ändern. Je schneller du das akzeptierst, desto schneller kannst du dich entspannt um deine Genesung kümmern.
Und wenn es dir langsam wieder besser geht, du aber noch nicht fit fürs Training bist, dann kümmere dich doch um die Dinge, die sonst öfter mal liegen bleiben. Bereite den Trainingsstart vor, koche Mahlzeiten, miste die Supplements aus oder schau mal, ob sich deine Routine ggf. verbessern lässt. Alles Dinge, für die im hektischen Alltag ja oft keine Zeit übrig ist bzw. Dinge, die halt zu Zeitfressern werden können.
In diesem Sinne wünsche ich dir jetzt ganz aufrichtig und ehrlich: Gute Besserung! Du machst das schon, entspann dich und gönn dir und deinem Körper jetzt erst mal ein paar Tage wohlverdiente Ruhe.



